30.05.2017

Fahrstuhl zum Schafott

Frankreich 1957, Regie: Louis Malle, 88 min, FSK 16

Der Filmklassiker FAHRSTUHL ZUM SCHAFOTT ist ein französischer Kriminalfilm aus dem Jahr 1958 in Schwarzweiß. Er bedeute­te für Louis Malle, der auch das Drehbuch schrieb, den Durch­bruch als Regis­seur. Die Haupt­rol­len spie­len Mau­rice Ronet und Jeanne Moreau, die durch die­sen Film zum Star wurde.

Ein Mord, dessen perfekte Pla­nung wie ein Karten­haus zusam­men­fällt, die betören­de Musik des Modal Jazz von Miles Da­vis und drei kombinierte Hand­lungs­ebenen lassen Spannungs­effekte auftreten, die den Film immer noch se­hens­­wert machen.

„Im Zusammenwirken von stimmungsvoller Fotografie, atmosphärischer Musik und sparsam-einprägsamem Spiel der Darsteller“ entwickelt sich „eine düster-poetische Studie um Schuld und Sühne, Liebe und Mißtrauen, Zufall und Schicksal, voller Liebe zur erzählerischen Kraft des Kinos“. (Lexikon des internationalen Films)

 

 

 

 

20.12.2016

Familienfest

Deutschland 2015, Regie: Lars Kraume, 95 min. FSK ab 6

Der berühmte Pianist Hannes Westhoff wird anlässlich seines 70. Geburtstags mit offenen Rechnungen aus der Vergangenheit konfrontiert.

Unerbittlich und doch tragikomisch tun sich Untiefen des Familienlebens auf, obwohl Hannes zweite Ehefrau Anne alles tut, eine harmonische Feier zu inszenieren. Eine tragische Neuigkeit bringt schließlich die unerwartete Wendung.

"Zwar verläuft die Handlung in ihren Konfliktsituationen und Dialogen recht vorhersehbar, dennoch gelingt dank der sensiblen Inszenierung und der hervorragenden Darsteller eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem sozialen Konstrukt 'Familie'“. (filmdienst)

Mit Günther Maria Halmer, Michaela May, Hannelore Elsner, Michaela May, Jördis Triebel, Barnaby Metschurat, Lars Eidinger u.a.

 

 

 


 

12.09.2017

Florence Foster Jenkins

Großbritannien 2016, Regie: Stephen Frears, 110 min, FSK 0

FLORENCE FOSTER JENKINS ist wohl die untalentierteste und schrägste Gestalt der Musikgeschichte. Als Amateur-Sängerin kann die betagte Erbin weder Intonation noch Rhythmus einhalten, verfolgt aber geradezu zwanghaft  den Traum, eine umjubelte Opernsängerin zu werden. In ständig wechselnder kurioser Aufmachung tritt sie vor erlesenem Publikum auf.

Meryl Streep, die in der Darstellung exzentrischer Frauenfiguren durchaus Erfahrung hat, gelingt es zusammen mit Hugh Grant als Ehemann und Simon Helberg als Impresario, die Figur der Florence so bewegend darzustellen, dass die Zuschauer sie einfach mögen müssen, dass sie über sie lachen können ohne sie gänzlich der Lächerlichkeit preiszugeben.

Regisseur Stephen Frears hat eine warmherzige Komödie mit Gags und Slapstick-Einlagen geschaffen, die ihren Höhepunkt  im Auftritt in der Carnegie Hall findet.

 

 

 

28.02.2017 Filmabend mit Gästen: Wolfgang Rosenkötter und Langston Uibel (angefragt).

Freistatt

Deutschland 2015 , Regie: Marc Brummund, 108 min, FSK 12


Marc Brummund inszenierte den Film im Jahr 2015 und wurde dabei von den Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel unterstützt, ein Beitrag zur Aufarbeitung der Vergangenheit dieses Erziehungsheimes.

Wolfgang (Louis Hofmann) kommt als 14Jähriger Jugendlicher ins Fürsorgeheim der Diakonie Freistatt und leidet dort unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen und perfiden Erziehungsmethoden. Die Antwort auf die Frage nach der Schuld fällt nur scheinbar eindeutig aus, und gerade dadurch erhält der Film seinen besonderen Wert.
Brummund findet Bilder für das, wovon sich die deutsche Öffentlichkeit jahrzehntelang kein Bild machen wollte.

Das „fiktive Drama“ (Freistätter Online Zeitung) mit dokumentarischem Charakter ist mehrfach preisgekrönt. Die „starken Hauptdarsteller.. lassen keinen Zweifel daran, dass Freistatt für die dort eingekerkerten Jugendlichen nicht weniger als die Hölle auf Erden ist.“ (Kino.de)

Anwesend sein wird Wolfgang Rosenkötter (Zeitzeuge). Er hat wesentlich zur Aufarbeitung der Geschichte des Erziehungsheims in Diepholz nach 1945 beigetragen und wird aus der Zeit und zum Film berichten. Der Darsteller des Anton (Langston Uibel) ist angefragt.